5.12.2008 – So richtig glücklich stimmt mich die Zusammensetzung der Deckungsstöcke nicht. Mag sein, dass es der Volksseele gut tut, von niedrigen oder zurückgefahrenen Aktienquoten zu lesen, vielleicht sind die niedrigen Prozentsätze auch einfach das Resultat der gesunkenen Kurse – jedenfalls erscheint mir der Aktienanteil für ein ertrags- und sicherheitsorientiertes Portfolio für sehr gering.
Was passiert, wenn die Zinsen stark steigen (und damit wohl die Inflation)? Dann sitzt man auf hohen Anleihebeständen, deren Kurs entsprechend der Zinsdifferenz erheblich sinkt. Aktien, als inflationssicherere Anlage, besitzt man dann kaum, die werden wohl erst wieder gekauft, wenn die Kurse steigen und die Öffentlichkeit Aktienbesitz wieder „gut" findet (stille Reseven ade).
Ich würde gerne Lebensversicherungen mit deutlich höheren Aktienanteil anbieten, denn ich bin überzeugt, dass dies sowohl mehr Sicherheit als auch mehr Ertrag bedeutet. Gerade im Kapitalsammelbecken Lebensversicherung sollte die Langfristigkeit besonders berücksichtigt werden. Ich erinnere mich noch gut an die Kursentwicklungen von Anleihen anfangs der 80er-Jahre, als die Nominalverzinsungen der Neuemission bei 11Prozent lagen. Eine hohe Quote festverzinslicher Wertpapiere macht meines Erachtens. nur Sinn, wenn mittelfristig mit weiter sinkenden Zinsen bzw. deflationärer Wirtschaftsentwicklung gerechnet wird.
Ersteres erwarte ich nicht, zweiteres wird hoffentlich vermieden werden können.
Rudolf Mittendorfer
zum Artikel: „Wie sind Kundengelder abgesichert?”.
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